Burgruine Hornstein

Burgruine Hornstein Marktgemeinde Hornstein
Burgruine Hornstein

Als der Obergespan von Ödenburg Stefan Laczkfi im Auftrag des ungarischen Königs Ludwigs des Großen fünf Jahre später die österreichische Befestigungsanlage einnahm, ließ er an der selben Stelle 1340/41 eine neue Steinburg, ein „novum castrum“, errichten. Die Besatzung unterstand einem königlichen Burghauptmann. Es dauerte einige Zeit, bis 1426 eine neue Siedlung unter der Burg als „suburbium castri Zarkw“ erwähnt wurde.
1445 belagerte Kaiser Friedrich III. die Burg „im Heere vor dem Schloss Harrenstein am Riger“. Im Wort „rige“, mittelhochdeutsch für Wassergraben, finden wir das magyarische „zorm“ wieder. 1457 wurde die Hornsteiner Besitzung der Kanizsai als „Zarkwala“ bezeichnet, was auch nichts anderes als „Grund unterhalb der Burg Zark“ heißt.
 

Burgruine Hornstein Marktgemeinde Hornstein
Burgruine Hornstein

Über die Befestigung in Hornstein hören wir erstmals 1340/41, als Stephan Laczkfi einen Brief "bei Errichtung der neuen Burg" datierte. Wenig später schrieb König Ludwig I. in einer Schenkungsurkunde an Laczkfi, dass dieser "an der Grenze Österreichs einen Berg, den die Deutschen hielten, eroberte und nach dessen Besetzung die Burg Hornstein gegen die Deutschen erbaute." Aus diesen Stellen kann man schließen, dass vor der von Laczkfi erbauten neuen Burg bereits eine alte Befestigung existierte, die er den Österreichern im Feldzug von 1336 abnahm. Bei der alten Befestigung handelte es sich noch um keine Burg im wahrsten Sinn des Wortes, denn die Urkunde spricht nur von "quendam montem", einem Berg, sodass man sich eine ältere Erdbefestigung mit hölzernen Wehren vorstellen muss. Da sich im 13. Jh. das alte ungarische Verteidigungssystem an der Westgrenze als völlig überholt erwiesen hatte, begann man Höhenburgen anzulegen, und Hornstein wurde auf Grund seiner strategisch außerordentlich wichtigen Lage am Westende des Leithagebirges, wo die wichtige Straße Wien-Ödenburg verlief, bald ein wichtiger Pfeiler der ungarischen Grenzverteidigung. Die Straße über Hornstein war insoferne von Bedeutung, als im Mittelalter der Weg des bedeutenden levantinischen Handels von Venedig nach Wien des schwierigen Geländes wegen nicht über den Semmering, sondern der alten Römerstraße folgend über Steinamanger, Güns nach Ödenburg ging. Von Ödenburg führte eine Abzweigung über Hornstein und Wimpassing nach Wien.

Geschichte der Burgruine Hornstein

Die ungarische Grenzburg Hornstein, als gemauerte Festung errichtet in den Jahren 1340 bis 1345 im Auftrag des ungarischen Königs Ludwigs des Großen, war bis 1390 eine wichtige Festung in der Kette der Grenzburgen zwischen Ungarn und dem Westen.

Ab 1441 versuchte Kaiser Friedrich III. die Burg in seine Gewalt zu bekommen, was ihm 1445 mit der teilweisen Zerstörung der Befestigung auch gelang. Die Reste der Burg verfielen ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts immer mehr, da wichtige Bauteile von der Bevölkerung für ihre Hausbauten abgebaut wurden. Ab 1775 wurden auch Bauteile für den Neubau der Dorfkirche verwendet.

Die älteste bekannte bildliche Darstellung der Burgruine Hornstein stammt spätestens aus dem Jahre 1714 und ist am Altarbild des letzten rechten Seitenaltars der Basilika Loretto zu sehen, auf dem die Besitzungen des Kirchenpatrons Fürst Paul Esterházy präsentiert werden. In der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt ist eine andere Darstellung der Burgruine Hornstein in einem Gemälde aus dem Jahr 1734, das den Stammbaum von Paul II. Anton Esterházy präsentiert. Die namentlich nicht bezeichnete Darstellung einer Ruine hat durchaus Ähnlichkeiten mit der Malerei aus 1702 in Loretto und dürfte mit großer Sicherheit die Hornsteiner Burgruine sein.

Die älteste Kartendarstellung der Burgruine findet man in der Walterschen Grenzkarte von 1754-1756 unter dem Namen „ödes Schloss“, die in der Version mit dem Maßstab 1:14.400 einen ausführlichen Grundriss der Burg zeigt. Es werden 4 bestehende Einzelgebäude sowie 3 Mauerreste angezeigt, wobei der heute noch vorhandene Turmrest eindeutig erkennbar ist.

Im Franziszeischen Kataster von 1870 wird bei der Kote 765 unter dem Namen „Ruine Hornstein“ eine detaillierte Aufnahme der Gebäudereste wiedergegeben, wobei je zwei Türme im Norden und im Süden und die Wehrmauer im Westen klar erkennbar sind.

1996 wurde vom FWF (Fonds zu Förderung wissenschaftlicher Forschung) das Projekt „Burgruine Hornstein: archäologisch-historisch“ genehmigt. Geomagnetische, elektromagnetische und reaktionsseismische Messungen wurden durchgeführt. Im Rahmen der anschließenden archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg unter der Leitung von Frau Dr. Sigrid von Osten konnten die Umrisse der Hauptburg mit 80 Metern Länge und 30 Metern Breite festgestellt werden. Sichergestellte Funde beweisen, dass bereits im 12. Jahrhundert ein Festungsstützpunkt bestanden hatte. Leider wurde 1999 das Projekt abgebrochen, obwohl wesentliche Teilbereiche des Geländes, wie die Zisterne und 2 angeschnittene Gewölbe noch nicht untersucht worden waren.

Wenn man auf der Spitze des heute noch bestehenden Ruinenfragments steht, hat man die Erklärung dafür, warum dieser Standort für eine Befestigung gewählt wurde, da der Rundblick nach Süden und Westen uneingeschränkt ist.

Planskizze Burguine Hornstein - Ausgrabungen 1996-1998
Ausgrabungen Burgruine 1996-1998 - Dr. Sigrid von Osten
Planskizze Burguine Hornstein - Ausgrabungen 1996-1998

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