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Kulturträger

Gaspar Glavanič © Heimatarchiv
Gaspar Glavanich (1833-1872)
Gaspar Glavanich wird am 4. Jänner 1833 in Stinkenbrunn geboren, schließt 1857 das Studium der Theologie in Györ-Raab ab. 1868 bis 1872 ist er Pfarrer in Hornstein, wo er am 19. Dezember 1872 an den Folgen eines Jagdunfalls stirbt. Er ist der bedeutendste Spracherneuerer und Vordenker der burgenländischen Kroaten. Seine Wirkungskraft ist bis heute maßgeblich bestimmend für die Entwicklung der Sprache der Minderheit. Für die religiösen Bedürfnisse der westungarischen Kroaten schreibt er ein zeitgemäßes Gebetbuch, das unveröffentlicht bleibt und heute verschollen ist. Es gelingt ihm aber, 1860 eine moderne und zeitgemäße Neuauflage des Lektionars „Evangjelja, Epistole i Štenja za vse nedelje i svetke katoličanskoga crikvenoga leta“ zu veröffentlichen. Zu seinen weltlichen literarischen Werken zählen die Gedichte „Sričan seljak“ (Der glückliche Bauer), „Sarić i Cvilko“ (Alter und junger Hund), „Jačka nočnoga čuvara“ (Nachtwächters Lied), „Tulipan“ (Die Tulpe) und besonders „Ja znam jednu jačku“ (Ich kenn' ein Lied). Seine hervorragenden melodiösen Kirchenlieder finden 1901 Eingang das berühmte Liedwerk „Crikveni jačkar“. Besonders aber lagen ihm die Erneuerung der Sprache und Schulbücher am Herzen.

Franz Maschitz-Bizonfy © Heimatarchiv
Franz Maschitz-Bizonfy (1828-1912)
Franz Maschitz wird am 12.3.1828 als Sohn von Schneidermeister Jakob Maschitz und Katharina (geb.Drenka) in Hornstein geboren. Seinen Eltern schwebte für ihren Sohn der Priesterberuf vor, doch zieht er es vor, Arzt zu werden. Während seines Studiums in Pest engagierte er sich bei der Revolution von 1848. Damals nimmt er auch den magyarischen Namen Bizonfy an. Als Freiheitskämpfer muss er nach der Niederschlagung ins Ausland flüchten. In Zürich beginnt er, ohne sein Medizinstudium abzuschließen, sich mit Philosophie und Sprachstudien zu befassen. Nach dem Tod seiner Frau zieht der ruhelose Geist weiter nach London. Hier lässt er sich als Arzt nieder, heiratet wieder und beginnt sich als Journalist zu betätigen. Er beherrscht zwölf Sprachen und arbeitet auch bei der „Times“ mit. Als sich die Pforten für ihn als Exilant öffneten, kehrt er in seine Heimat zurück. In Budapest erscheint sein englisch-magyarisches Wörterbuch. Nach seinen fehlgeschlagenen Versuchen, Abgeordneter und Universitätsprofessor zu werden, zieht er sich frustriert nach Hornstein und später nach Loretto zurück und schreibt seine Lebensreflexionen nieder. Sein letztes Refugium wird Eisenstadt, wo er am 19.8.1912 stirbt und im Friedhof am Oberberg seine letzte Ruhe findet. 1962 wird gegenüber seinem Elternhaus auf dem Kirchenplatz in Hornstein ein Gedenkstein in Erinnerung an diesen Weltbürger enthüllt.

Hans Sedlmayr © Nachlass Franz Raimann
Hans Sedlmayr (1896-1984)
Hans Sedlmayr erblickt am 18.1.1896 als Sohn des Gutsverwalters und Agrarfachmannes Ernst C. Sedlmayr in Hornstein das Licht der Welt. Im Zweiten Weltkrieg dient er als Offizier in der österreichischen Orientarmee. In Konstantinopel, Syrien und Jerusalem gewinnt er Eindrücke, die ihn bewegen, Architekt zu werden. Nach zwei Jahren Studium an der TU Wien wechselt er zum Kunstgeschichtestudium über. 1923 promoviert er und wendet sich der Forschung zu. 1934 habilitiert er an der Wiener Universität und erhält nach dem Tod Julius Schlossers den Lehrstuhl für mittelalterliche und neuzeitliche Kunstgeschichte. 1941 wird er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. Nach seinen Bucherfolgen wie „Verlust der Mitte“ und „Die Entstehung der Kathedrale“ holt man in an die Universität München. 1964 übersiedelt er nach Salzburg und wird dort Vorstand des Kulturhistorischen Instituts. Verheiratet ist er mit der Sängerin Maria von Schmedes. Sein leidenschaftliches Eintreten für die Werte und Architektur der alten Welt setzt er bei der Erhaltung der Altstadt in Salzburg um. 1971 wird der international renommierte Kunsthistoriker im Rahmen der 700-Jahrfeier von Hornstein mit dem Ehrenring der Marktgemeinde geehrt. Nach seinem Ableben am 9.7.1984 wird der „Retter der Altstadt“ in einem Ehrengrab in Salzburg beigesetzt.

Rudolf Graf © Nachlass Franz Raimann
Rudolf Graf (1906-1989)
Rudolf Graf, geboren am 3.2.1906 als Sohn eines Hornsteiner Kaufmanns, begleitet bereits mit sechs Jahren als Wunderkind den Volksgesang bei den Gottesdiensten, obwohl er keine Noten lesen kann. Nach dem Gymnasialbesuch in Güns schlägt er 1921 die Musikerlaufbahn an der Musikakademie in Wien ein. Im Hussy Kino begleitet er mit seinem Freund Stefan Szinovatz die Stummfilme auf dem Klavier. In den späten Zwanzigerjahren arbeitet er als Orchestermusiker in Deutschland, später als Lehrer an der Landesmusikschule in Eisenstadt. 1934 bis 1945 wird er Leiter des Haydnchores, 1938 bis 1945 Leiter der Landesmusikschule. Nach 1945 wird er Dirigent beim Landestheater in Innsbruck sowie Aufnahmeleiter des ORF-Landesstudios Tirol. Von seinen vielen Kompositionen seien die „Burgenland-Suite“, die „Elegische Rhapsodie“, die „Tarantella für Geige und Klavier“, ein Liederzyklus nach Texten von Ricarda Huch, der „Psalm 8“ für Chor und Orgel, die umfangreiche Bühnenmusik und viele Lieder erwähnt. Am 30.7.1989 verstirbt er in Baden bei Wien und wird in Innsbruck begraben.

Wilhelm Schmid © Heimatarchiv
P. Wilhelm Schmid (1910-2000)
Pater Wilhelm Schmid kommt am 26.4.1910 in Hornstein als ältester Sohn des Werkmeisters Wilhelm Schmid und seiner Frau Josepha, geborene Marold, auf die Welt. Bei seinem Großvater Otto Marold lernt er Violine und Harmonium, seine Mutter bringt ihm das Gitarrespiel bei. Das Privatgymnasium Unterwaltersdorf der Salesianer Don Boscos schließt er 1933 mit der Matura ab. An der Ordenshochschule Benediktbeuern studiert er ab 1933 katholische Theologie. 1937 wird er zum Priester geweiht. 1939 geht er als Missionar nach Macao, wo er mit kurzen Unterbrechnungen bis 1966 als Musiklehrer, Domkapellmeister und Leiter der Polizeikapelle wirkt. Weiters schreibt er Kinderoperetten, Messen und Lieder für die Kirchenliturgie. Der größte Teil seiner Kompositionen für Blasmusik verbleiben bei der städtischen Polizeimusik in Macao. Seine kirchlichen und weltlichen Werke werden in dem doppelbändigen Werk „Exultate“ zusammengefasst, als er bereits aus der Mission zurückgehrt ist. In Hornstein übernimmt er die musikalische Leitung der Tamburica. Für sie komponiert und arrangiert er Messen für verschiedene Chöre und Soli – mit und ohne Orgel - und vertont kirchliche Texte. Der bescheidene Salesianerpater beherrscht ein Dutzend Musikinstrumente und sieben Sprachen. Für seine Verdienste wird er mit dem Ehrenring der Gemeinde geehrt. Im Haus St. Martin in Eisenstadt erlöscht am 22.2.2000 sein Lebenslicht. Er wird in Unterwaltersdorf beigesetzt.

Karl Heinz Füssl © Robert Szinovatz
Karl Heinz Füssl (1924-1992)
Karl Heinz Füssl, am 21.3.1924 in Gablonz an der Neiße geboren, kommt schon früh mit der Musik in Berührung und beginnt nach der Auswanderung seiner Eltern im Alter von 14 Jahren eine geregelte Ausbildung an der Berliner Hochschule in Musik. Die Einberufung 1942 unterbricht seine Studien, er schließt sie aber nach1945 in Wien ab. Zunächst arbeitet er als Bühnenkomponist und Verlagslektor, dann lehrt er an der Hochschule für Musik, ab 1985 als ordentlicher Professor. Von 1973 bis zu seinem Tod am 4.9.1992 lebt er in Hornstein als komponierender Pensionist. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk mit Ballettmusik, zwei Opern, eine Kirchenoper sowie ein geistliches Spiel, Orchester- und Kammermusik, Chorwerken und Liedern. Stilistisch ist er zwar mit der Dodekaphonie (10-Tonmusik) Schönbergscher Prägung verbunden, liebt in seinem Schaffen aber die Unabhängigkeit. Sich selbst bezeichnet der Komponist als Vertreter des Nonkonformismus.

Franz Probst © Erich Janzso
Franz Probst (1919-1993)
Franz Probst, geboren am 28.11.1919, studiert nach seiner Matura in Wien und Prag Germanistik, Theaterwissenschaft und Anglistik. 1941 muss er zur Deutschen Wehrmacht einrücken und kommt an die Ostfront. Ab 1947 ist er im Burgenländischen Landesarchiv tätig, zieht 1959 in den Landtag ein und ist dort Kultursprecher der SPÖ. 1962 wird er Chefredakteur der Burgenländischen Freiheit. Er ist auch literarisch tätig. Er verfasst dramatische Stücke für die Burgspiele Schlaining und Forchtenstein. Daneben schreibt er Lyrik, Kurzgeschichten und Essays und liefert Beiträge für Kulturpublikationen und den ORF. Geschätzt wird Probst als profunder Kenner der Kulturszene des Burgenlandes und gilt international als Fachmann des Theaterwesens und Spezialist für das Jesuiten-Theater. Zudem ist er beim „Mogersdorfer Symposion“ und „Josef-Reichl Bundes“ sehr engagiert. Er ist Mitbegründer des burgenländischen PEN-Clubs, deren Präsident er auch wird. Für seine Tätigkeit als Kulturjournalist und Literat wird er mit dem Titel „Professor“ ausgezeichnet. Am 6.April 1993 verstirbt er und findet in seiner Heimatgemeinde seine letzte Ruhestätte.

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