Ehrenbürger

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1900 LAbg Franz von Bolgár (Gemäßigte Opposition): Weinbau

(*1851; † 1923) war Offizier, Publizist und Politiker. Er diente bis 1881 als Oberleutnant der Genietruppen in der österreich-ungarischen Armee. Als Herausgeber der „Wiener Militärzeitung“ hatte er 1883 wegen eines kritischen Artikels eine Auseinandersetzung mit Oberstleutnant im Generalstab Hugo von Schlayer, der Bolgár auf Pistole forderte. Beim Duell fand Schlayer 1883 durch einen Kopfschuss aus der Waffe seines hochgradig kurzsichtigen Kontrahenten den Tod. Wegen des Verbrechens des Zweikampfes angeklagt, wurde Bolgár freigesprochen. 1887 und 1892 wurde Bolgár für den Wahlbezirk Eisenstadt in den ungarischen Reichstag gewählt, wo er der Unabhängigkeitspartei angehörte. Die in seinem Wahlkreis gelegene Gemeinde Hornstein verlieh Bolgár 1900 für seinen Einsatz bei der Bekämpfung der Folgen der Reblauskatastrophe die Ehrenbürgerwürde. Bleibende Erinnerung bewahrte sich Bolgár als Herausgeber der Schrift „Regeln des Duells“, die der in Österreich am meisten verbreitete Ehrenkodex bei Angehörigen des Militärs und bei Akademikern war.

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19. Jänner 1906 Propst Karl Varits (Pfarre Oberberg): 
Kirche und Schule

(*1858, +1944) stammt aus Eisenstadt-Oberberg, war Sohn eines fürstlichen Beamten und studierte in Györ, wo er 1881 zum Priester geweiht wurde. In den Jahren zwischen 1893 und 1913 wirkte er als Schlosspfarrer und Propst von Eisenstadt. 1906 erhielt er das Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens. Propst Varits führte 1897 den Kroatensonntag am 1. Sonntag im Oktober ein, an dem Tausende von kroatischen Wallfahrern aus der Umgebung von Eisenstadt, aber auch aus dem heutigen Mittelburgenland teilnahmen. Die Gemeinde Hornstein verlieh ihm 1906 für seine Unterstützung der Hornsteiner Schule die Ehrenbürgerschaft. Großes Augenmerk legte er auf die Jugendseelsorge. Im Jahre 1899 gründete er die "Mädchenkongregation", 1910 der "Jünglingsverein". Um auch Buben aus weniger reichen Familien den Besuch der Bürgerschule zu ermöglichen, hielt Varits immer zwei oder drei Zöglinge "in Kost". Im Jahre 1903 fand die Gründung des "Bau- und Feldarbeitervereins" statt. Varits setzte beim Fürsten durch, dass mittellosen Personen aus den fürstlichen Waldungen kostenlos Brennholz zur Verfügung gestellt wurde. Auch die Aktion "Antoniusbrot", bei welcher Brot an arme Leute verteilt wurde, geht auf ihn zurück. Karl Varits starb 1944 als Dompropst (Vorsitzender des Kapitels) in Györ, begraben wurde er im Friedhof am Oberberg.

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19. Jänner 1906 Fürst Nikolaus Paul Esterházy:
Schule

(*1869, +1920) übernahm das Majorat von seinem Vater Paul IV. und schaffte es, durch harte Reformen die Finanzen der Familie zu konsolidieren und die Schuldenlast abzuschütteln. Seine schwerste Zeit begann mit dem Untergang der Monarchie. Er beteiligte sich dennoch aktiv im Stab und Kabinett von Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn und versuchte so, diesen dazu zu drängen, auf die Krone Ungarns endlich zu verzichten. Für die Unterstützung der Hornsteiner Schule verlieh ihm die Gemeinde Hornstein die Ehrenbürgerschaft.

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2. Juni 1929 Kreisarzt Dr. Desiderius Patthy: 
Gesundheitswesen

(*1866, +1937) war von 1893 bis 1928 Arzt in Hornstein. Er war Kleinadeliger mit evangelischer Konfession, k.k. Sanitätsoffizier, kam 1893 nach Hornstein und heiratete 1895 die Hornsteiner Landwirtstochter Katharina Bauer. 1904 kaufte er das Haus Nr. 6, das als Wohnhaus und Ordination diente. Sohn Sándor starb bereits mit 37 Jahren als Chefarzt, Sohn Desiderius war Landarbeiter und das schwarze Schaf der Familie, er wanderte nach Kanada aus und ließ eine außerehelichte Tochter Margarethe zurück, der jüngste Sohn Laci starb als Kind; die Tochter Judith heiratete den Esterházyschen Verwalter Franz Duralia, Erzsebet (Bözsi) heiratete nach Ungarn.   

Dr Patthy war Kreisarzt, er erhielt 1929 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik und die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde verliehen. Nach seiner Pensionierung erkrankte er, zog nach Sopron/Ödenburg zu seiner Tochter Erzsebet zurück, wo er auch starb, aber in Hornstein am 10. Oktober 1937 in der Familiengruft unter großer Anteilnahme der Bevölkerung begraben wurde.

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12. Jänner 1963 Altbürgermeister Gottfried Szinovatz: 
Politik

(*1898, +1975) wurde als Sohn eines Maurers in Hornstein geboren. Nach dem Besuch der Volksschule ging er bei seinem Vater in die Lehre. Im Ersten Weltkrieg überlebte er die Isonzo-Schlachten, wurde auch mehrfach ausgezeichnet. Mit 22 Jahren stieg er unter Bürgermeister Anton Probst als Gemeinderat in die Kommunalpolitik ein. Beruflich arbeitete er als Obersteiger im Tagebaubergwerk Zillingdorf, bis er 1942 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen wurde. Nach seiner Kriegsgefangenschaft in Sibirien gelangte er über Rumänien 1949 wieder nach Hause. 1950 zog er als erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg in die Gemeindestube ein. Diese Funktion übte er 17 Jahre hindurch aus und trug zum wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde durch seine ausgleichende Art bei. Neben der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Hornstein erhielt er die Verdienstmedaille in Gold für das Land Burgenland, das Silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich und die Viktor-Adler-Plakette der SPÖ verliehen.

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9. Oktober 1970 KomRat Ing. Walther Schwarz: 
Wirtschaft

(*1891, +1975) besuchte nach der Pflichtschule die Mittelschule und anschließend die Höhere Technische Gewerbeschule in Wien. Er rückte als Einjährig Freiwilliger ein und rüstete als Oberleutnant ab. Bereits 1911 war er als Enkel des Firmengründers Johann Schwarz in die Firma eingetreten, führte den Betrieb nach dem Ersten Weltkrieg von 1918 an mit beachtlichem Erfolg bis zu seinem Ableben. Für seine unermüdlichen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung Hornsteins beschloss der Gemeinderat der Marktgemeinde Hornstein in seiner Festsitzung vom 9. Oktober 1970, ihm die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Hornstein zu verleihen. Seine vielfältigen Verdienste um die burgenländische Wirtschaft waren durch die Verleihung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich sowie der Großen Silbernen Ehrenmedaille der Kammer anerkannt worden. Der Bundespräsident hatte ihm den Kommerzialratstitel verliehen.

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20. Jänner 1984 Altbürgermeister Johann Jaitz:
Politik

(*1914, +2009) wurde in eine sozialdemokratische Hornsteiner Arbeiterfamilie hineingeboren, sein Vater Ferdinand war ein gefragter Zimmerer, der kurzzeitig auch selbstständig war. Johann besuchte die Hauptschule in Pottendorf, anschließend die Handelsschule in Eisenstadt und arbeitete als Lehrling, später als Angestellter im Konsumverein in Hornstein. Im März 1934 wurde er verhaftet und kurzfristig eingesperrt, aber nach wenigen Tagen entlassen. Nach seiner Einberufung in die Deutsche Wehrmacht geriet er in russische Kriegsgefangenschaft und musste in einem Kohlebergwerk im Ural zwangsarbeiten. Nach seiner Rückkehr nahm er seinen Beruf im Konsumverein wieder auf und wurde 1954 Geschäftsleiter. Seit 1950 war er auch als Gemeinderat tätig und wurde 1967 zum Bürgermeister gewählt, welches Amt er neben seinem Beruf bis 1977 ausübte. Er führte die Aufbauarbeiten der Gemeinde zukunftsgerichtet fort. Für seine politischen Leistungen wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

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25. Oktober 1999 Landeshauptmann Karl Stix: 
Politik und Wirtschaft

(*1939, +2003) verbrachte seine Kindheit als Sohn eines Lokführers in Rohrbach bei Mattersburg. Er engagierte sich schon früh in der Sozialistischen Jugend. Nach einer Schlosserlehre und der Hochzeit mit seiner Frau Erika begann er im Jahre 1962 seine politische Karriere. Nach seiner Anstellung als Bezirksparteisekretär wurde er 1970 Landesparteisekretär. Von 1967 bis 1975 war er Gemeinderat in seiner Wohngemeinde Hornstein. 1975 zog er in den Landtag ein und war bis 1982 Klubobmann. Von 19982 bis 1991 bekleidete er die Funktion des Landesrats für Finanzen. Von Mitte 1991 bis Ende 2000 war Karl Stix burgenländischer Landeshauptmann. 1999 erlitt Stix einen schweren Autounfall, im Sommer 2000 wurde er mit dem Skandal um die Bank Burgenland in Verbindung gebracht, der Ende 2000 zu seinem Rückzug aus der Politik führte. Sein größter politischer Erfolg war die Anerkennung des Burgenlandes als Ziel-1-Region der EU-Regionalförderpolitik. Dies führte in Verbindung mit den Vorteilen aus dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung.

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