|
|
| Ortsname |
|
 |
| Urkunde von 1271 (Magyar Országos Levéltár - DL 770) © Magyar Országos Levéltár - DL 770 |
Bei einem Verkauf des Ortes Stinkenbrunn im Jahre 1271 fällt in der Beschreibung seiner Hottergrenze die Bezeichnung ?terra Zorm?.
Im Gegensatz zu den anderen erwähnten Orten ist kein Besitzer namentlich erwähnt. Auch von einer Burg ist keine Rede. Das Einzige, was eindeutig festgestellt wird, ist das Vorhandensein des Orts (Platzes) "Zorm". Der damals häufig vorkommende Geländename Zorm, Szorm oder Szarm ist eine Nebenform des magyarischen Hauptwortes "szarv" (= Horn) kann sowohl die gebogene Form eines Grabens als auch eine Bergform bezeichnen. Wir können also "Zorm" mit "gebogener Wassergraben" oder "gebogener Bergrücken" übersetzen. Folgen wir den dürftigen Angaben der Urkunde, so liegt nördlich vom Hotter Stinkenbrunn heute Hornstein, die Siedlung im Tal und am Fuß des Leithagebirges.
Das deutsch-ungarische Grenzgebiet war im 13. Jahrhundert von ungarischer Seite streng bewacht. Die Grenzwächter waren jedoch keine Grundbesitzer, sondern sozusagen Angestellte des ungarischen Königshauses. Sie errichteten Befestigungen auf strategisch günstigen Plätzen im Grenzgebiet und hatten Warndienste für das Hinterland zu leisten.
Man darf also von der Voraussetzung ausgehen, dass auf dem Gebiet der heutigen Burgruine Hornstein im 13. Jahrhundert zumindest ein Wachtturm der königlich ungarischen Grenzwächter stand und sich am Fuße des Hügels ein Suburbium, ein kleiner Ort, gebildet hatte, der seiner Lage nach mit dem Namen "Zorm" - "Graben" bezeichnet wurde.
Damit wäre sowohl der Begriff "terra Zorm" hinreichend erklärt, es fehlt aber der Sprung von "Zorm" zu "Szarvkö-Hornstein", vom königlich ungarischen Grenzwart zum Burg- und Lehensherrn. Die alte Burg, die heutige Ruine, wurde in den Jahren 1340/41 vom Wojwoden von Siebenbürgen, dem damaligen Obergespan des Eisenburger Komitates, Stephan Laczkfi erbaut. Bereits 1347 taucht der Name Zorwkw, also SzarvkÕ, in einer Urkunde auf.
Ob jedoch SzarvkÕ der ursprüngliche Name im Namenspaar SzarvkÕ -Hornstein ist, weil er urkundlich früher erwähnt wird, ist dennoch ungewiss. Wäre eine magyarische Namensgebung primär, so müsste eigentlich ein Name wie "SzormkÕ " oder "SzarmkÕ " zu erwarten sein, da man unbedingt den ursprünglichen Namen "Zorm" (Szarm, Szorm) übernommen und nur das -kÕ angefügt hätte.
Für den Burgnamen und späteren Ortsnamen "Hornstein" ist wohl mit großer Sicherheit eine ursprünglich deutsche Namensform anzunehmen, wobei jedoch durchaus nicht auszuschließen ist, dass sich die Namengeber des Namens der alten "terra Zorm" bedienten. Dass die Burg aber nicht "Grabenstein" sondern "Hornstein" hieß, ist wohl auf die mangelnde Übersetzungskunst der Benenner zurückzuführen, die die Nebenbedeutung "gebogener Graben" des magyarischen "zorm" außer acht ließen und es statt dessen mit "Horn" übersetzten.
Dass der zweite Teil des Namens, "-stein", eindeutig deutschen Ursprungs und keinesfalls übersetzt sein kann, steht hinlänglich fest. Schon 1426 wurde die Ortschaft als "suburbium castri Zarkw, Hornstein genannt", geführt, und ohne Unterbrechung verwendet.
Der inoffizielle kroatische Name "Vori?tan" ist nichts anderes als eine etwas verballhornte Übernahme des deutschen Ortsnamens. Die mangelnde Fähigkeit der burgenländischen Kroaten, die Laute "ch" bzw. "h" richtig auszusprechen, führt zum Lautersatz des "h" durch "v": aus dem mundartlichen "hoari?tan" entstand ein "voari?tan".
Text: Dr. Günther Stefanits Foto: Magyar Országos Levéltár - DL 770 |
|
|
|
|
|